Der Aschermittwoch – der Tag nach dem Faschingdienstag – beendet die närrische Faschingszeit und leitet die Fastenzeit bis Ostern ein. Nach Tagen voller Umzüge, Masken und Faschingskrapfen kehrt bewusst Ruhe ein. Die Kirche begeht diesen Tag als strengen Fasttag und als Auftakt zu einer Zeit der Besinnung.
Die Fastenzeit dauert 40 Tage – ohne die Sonntage gerechnet, die nicht als Fasttage gelten, sind es insgesamt 46 Kalendertage. Am Aschermittwoch und am Karfreitag gilt das kirchliche Fastengebot: Fleischverzicht sowie nur eine sättigende Mahlzeit, ergänzt durch zwei kleine Stärkungen, sind vorgesehen.
Nach katholischem Ritus empfangen die Gläubigen das Aschekreuz. Die Asche stammt aus den verbrannten, geweihten Palmzweigen des Vorjahres und wird als Zeichen der Vergänglichkeit auf die Stirn gezeichnet – ein sichtbares Symbol für Neubeginn und innere Einkehr.
Kulinarik am Aschermittwoch
Seit jeher gilt Fisch als klassische Fastenspeise. Fleisch war in der Fastenzeit untersagt, Fisch hingegen erlaubt. Besonders der haltbar gemachte Salzhering verbreitete sich im Alpenraum als typische Speise zum Beginn der Fastenzeit. Daraus entwickelte sich der Heringsschmaus als fester Brauch zum Aschermittwoch.
Ursprünglich wurde tatsächlich ausschließlich Hering verwendet – meist als Heringsalat mit Erdäpfeln, Zwiebeln und saurer Marinade. Heute hat sich daraus ein vielfältiges Wirtshausbrauchtum entwickelt. Viele steirische Gasthäuser laden zum Heringsschmaus und tischen eine breite Auswahl an Fischgerichten auf.
Neben klassischen Heringsvariationen finden sich Saibling, Bachforelle oder Karpfen aus heimischen Gewässern auf der Speisekarte. Häufig werden die Gerichte mit Erdäpfeln, Käferbohnen oder einem Schuss steirischem Kernöl kombiniert. So verbindet sich kirchliche Tradition mit regionaler Kulinarik.
Der Heringsschmaus markiert damit nicht nur das Ende der Faschingszeit, sondern auch den bewussten Übergang in eine ruhigere Phase des Jahres. Zwischen bodenständiger Wirtshausküche und kirchlichem Brauch bleibt der Aschermittwoch in der Steiermark ein Tag mit besonderer Bedeutung.
Hier findest du unsere Rezepttipps für den Aschermittwoch: vom klassischen Heringsalat über gebratene Forelle mit Petersilerdäpfeln bis hin zu Saiblingsfilet oder einem würzigen Fischaufstrich für die Jause:
Mehr zum gelebten Jahreskreis findest du im Steirischen Brauchtumskalender.
























In meiner Jugendzeit und unserem Wohnort war das nicht üblich. Ich war, glaube ich 19 Jahre, als ich erstmals zu einem Heringschmaus eingeladen wurde. Für uns war und ist der Aschermittwoch aber ein echter Fasttag.
Hallo Regina,
vielen Dank für deine Erinnerung.
Du hast Recht, dass der Heringsschmaus mancherorts nicht mehr viel einem Fasttag ähnelt.
Liebe Grüße
Christina