Ein bekanntes Gesicht für die steirische Volkskultur
Ob traditionelle Tänze, überliefertes Handwerk, Volksmusik oder gelebtes Brauchtum – die Steiermark besitzt eine vielfältige Kulturlandschaft. Ihre Traditionen zu erhalten und zugleich für kommende Generationen zugänglich zu machen, gehört zu den Aufgaben der Volkskultur Steiermark.
Ab Anfang 2027 übernimmt Willi Gabalier die Geschäftsführung der Organisation. Der 45-Jährige folgt auf Simon Koiner-Graupp, der seit Jänner 2022 an der Spitze des Unternehmens steht.
Die Entscheidung fiel nach einer öffentlichen Ausschreibung. Insgesamt 17 Personen interessierten sich für die Position. Drei davon schafften es in das abschließende Hearing. Eine Auswahlkommission empfahl schließlich Gabalier. Die formelle Bestellung durch die steirische Landesregierung soll in einer der nächsten Regierungssitzungen erfolgen.
Seit Jahren mit der steirischen Volkskultur verbunden
Für Willi Gabalier ist die neue Aufgabe kein Einstieg in eine unbekannte Branche. Vielmehr beschäftigt er sich bereits seit vielen Jahren beruflich und ehrenamtlich mit regionalen Traditionen und kultureller Bildung.
Aktuell ist er Präsident des Steirischen Volksbildungswerkes und Aufsichtsratsvorsitzender der Volkskultur Steiermark GmbH. Zudem engagiert er sich im Vorstand des Steirischen Volksliedwerkes und gehört dem Kulturkuratorium des Landes Steiermark an.
Seine fachlichen Interessen reichen von Volksmusik und Tanz über die regionale Baukultur bis zur Bewahrung historischer Kulturgüter.
Besonders die Vermittlung kultureller Traditionen an junge Menschen spielt dabei eine wichtige Rolle. Denn Volkskultur lebt nicht allein von ihrer Geschichte, sondern vor allem von den Menschen, die sie im Alltag pflegen und weiterentwickeln.
Vom traditionellen Tanz zum Fernsehpublikum
Bekannt wurde Willi Gabalier einem breiten Publikum vor allem durch seine Auftritte als Tänzer und Fernsehpersönlichkeit.
Der 1981 in Friesach geborene Kunsthistoriker blickt auf eine erfolgreiche Laufbahn im Tanzsport zurück. Er gehörte der österreichischen Nationalmannschaft an, wurde österreichischer Profimeister über zehn Tänze und erreichte den Vizestaatsmeistertitel.
Fernsehzuschauer kennen ihn unter anderem aus der ORF-Sendung „Dancing Stars“, der RTL-Produktion „Let’s Dance“ und „Bares für Rares“ auf ServusTV.
Doch auch abseits des Rampenlichts ist Gabalier vielseitig tätig. Seit 2008 führt er ein eigenes Unternehmen im Tanz- und Kulturbereich. Außerdem unterrichtet er an der Mittelschule Viktor Kaplan in Graz und ist Lehrbeauftragter am Universitätssportinstitut Graz.
Seit 2024 beschäftigt er sich darüber hinaus beim Österreichischen Bundesheer als Experte mit dem Schutz von Kulturgütern.
Traditionen bewahren und an die nächste Generation weitergeben
Mit dem Wechsel in die Geschäftsführung rückt für Willi Gabalier die organisatorische und inhaltliche Weiterentwicklung der steirischen Volkskultur in den Mittelpunkt.
Seine Vorstellungen für die neue Aufgabe beschreibt er so:
„Ich freue mich sehr über das Vertrauen und die Möglichkeit, die steirische Volkskultur in meiner neuen Funktion aktiv mitzugestalten und weiterzuentwickeln. Es ist mir ein großes Anliegen, unser kulturelles Erbe und unsere Traditionen lebendig zu halten und für kommende Generationen zu bewahren“, sagt Willi Gabalier.
Damit spricht er eine zentrale Herausforderung an: Viele überlieferte Bräuche, regionale Besonderheiten und traditionelle Fertigkeiten bleiben nur dann lebendig, wenn Menschen sie weiterhin ausüben und ihr Wissen weitergeben.
Gerade in der Steiermark gehören Volkskultur und regionale Identität eng zusammen. Von traditionellen Festen und Trachten über Musik und Tanz bis zu handwerklichen Fertigkeiten prägen zahlreiche kulturelle Ausdrucksformen das Leben in den Regionen.
Landeshauptmann Mario Kunasek und Kulturlandesrat Karlheinz Kornhäusl begrüßen die Entscheidung. Beide würdigen zugleich die bisherige Arbeit von Simon Koiner-Graupp.
Mit Willi Gabalier übernimmt nun ein Kulturmanager die Leitung, der sowohl die traditionelle steirische Kulturszene als auch die öffentliche Bühne aus eigener Erfahrung kennt.




















