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Steirischer Kren im Korb Der Steirische Kren ist eine weitere Spezialität aus unserer Vielzahl an steirischen Schmankerl. Der Kren, bei unseren deutschen Nachbarn besser bekannt unter Meerrettich, ist ein Wurzelgemüse, welches sich vor allem durch den würzigen Geschmack und der einzigartigen Schärfe auszeichnet.

Die ätherischen Öle werden erst beim Reiben des Krens freigesetzt und verleihen dem Kren die unverwechselbare "beißende" Schärfe, die schon mal auch einem "g'standenen Mannsbild" die Tränen in die Augen treiben kann.
Er ist unabkömmlich zu einer zünftigen Brettljause bzw. Osterjause, sowie in der warmen Küche zu Rindfleischgerichten, wie dem Gekochten Rindfleisch mit Apfelkren.

 

 

Inhaltsverzeichnis:


EU-weit geschützte Marke „Echter Steirischer Kren“

Wo Steirischer Kren draufsteht, ist Steirischer Kren drin!

Die geschützte geographische Angabe (g.g.A.), die den steirischen Krenbauern 2008
von der EU zuerkannt wurde, garantiert:

Kren zu 100 % steirischer Herkunft

Nur jene steirischen Krenproduzenten, die im Erzeugerregister des Landesverbandes Steirischer Gemüsebauern aufgelistet sind, dürfen den Steirischen Kren g.g.A. als unverarbeitete Rohware anbieten bzw. an Firmen zur Weiterverarbeitung liefern.

EU Gemeinschaftszeichen ggAWoran erkenne ich echten steirisches Kren?

An

  • der Aufschrift Steirischer Kren
  • dem EU-Logo *geschützte geographische Angabe*

Nur jene Betriebe, die sich Kontrollen unterziehen, dürfen ihr Produkt "Steirischer Kren" nennen bzw. einen Bezug zur Steiermark herstellen. Eine Rückverfolgung zur Herkunft ist über die Aufzeichnungen der Produzenten (Flächenverzeichnisse, Verkaufs- und Ernteaufzeichnungen) nachvollziehbar. Im Zweifelsfall ist es mit Hilfe einer Isotopenuntersuchung möglich den steirischen Kren zu identifizieren.

Weitere Informationen auf: Steirischer Kren g.g.A.


Das Besondere am Steirischen Kren g.g.A.

Wahre Kenner können den steirischen Kren anhand optischer Merkmale von Krensorten anderer Herkunft unterscheiden. Steirische Krenstangen besitzen meist wenige Feinwurzeln, sind starkwüchsig, gleichmäßig und gerade. Der steirische Kren neigt nicht dazu bitter wie manch andere Sorten zu werden und wird vor allem aufgrund der würzigen Schärfe geschätzt.


Beschreibung der Krenpflanze

Die Kren- bzw. Meerrettichpflanze ist eine winterharte Staude, die bis zu 1,20 m hoch werden kann und gehört zur Gattung der Kreuzblütler. Die langstieligen Blätter treiben direkt von der Wurzel aus, die weißen Blüten duften sehr stark. Die Krenwurzel-Krenstange wird in der Regel ca. 30cm lang, kann aber auch länger werden. Der Durchmesser dieser Krenstangen beträgt ca. 3-4 cm. Außen ist die Wurzel eher schmutzig-braun. Das Wurzelfleisch dagegen weiß und faserig und findet in der steirischen Küche reißenden Anklang.                   


Geschichte des Krens

Gekannt hatte man den Kren bzw. Meerrettich bereits zur Zeit der Antike. Die Römer befassten sich eingehend mit dieser Pflanze, vermutlich setzten sie den Kren auch aufgrund der medizinischen Wirkung bei zahlreichen Krankheiten ein. Der Kren stammt ursprünglich aus dem Raum Ost- und Südeuropas. In Mitteleuropa soll der Einzug des Krens erst im Mittelalter stattgefunden haben. Am Anfang vor allem als Heilpflanze, später erst als Gewürz.

Seit ca. 1870 besitzt der steirische Kren seinen guten Ruf. Der erwerbsmäßige Anbau von steirischen Kren entwickelte sich ab Mitte des 20. Jahrhunderts. Seit 1967 wird der Anbau über den Landesverband Steirischer Gemüsebauern organisiert und garantiert den Krenbauern Abnahme und Preis.

Derzeit bewirtschaften circa 100 Betriebe etwa 300ha Anbaufläche und produzieren damit jährlich um die 3.000 - 4.000 Tonnen Steirischer Kren g.g.A.. Die traditionellen Anbaugebiete befinden sich im Süden/Südosten der Steiermark, vorwiegend in den Bezirken:

Anbaugebiete des steirischen Krens
  • Graz Umgebung
  • Weiz
  • Hartberg
  • Fürstenfeld
  • Feldbach
  • Leibnitz
  • Radkersburg
  • Deutschlandsberg
  • Voitsberg

Die steirischen Landwirte trugen auch wesentlich bei der Entwicklung von Anbau- und Erntemethoden bei. 1976 wurde ein Patent zur Verpackung von Krenwurzeln eingereicht. Ebenso wurde ein spezielles Rodegerät für die Krenernte in der Steiermark entwickelt. Des Weiteren wurde einer steirischen Firma für die Methode zur Haltbarmachung frisch geriebenen Krens der Fast Forward Award verliehen - dem steirischen Innovationspreis.

Aufgrund dieser langjährigen und traditionsreichen Erfahrung im Krenanbau und der Krenverarbeitung können die steirischen Krenbauern eine ausgezeichnete Qualität anbieten.


Steirischer Kren für die Gesundheit

Der Kren besitzt einen hohen Vitamin C Gehalt, in etwa doppelt so hoch wie eine Zitrone. Gemeinsam mit den schwefelhaltigen Senfölen, die dem Meerrettich die kräftige und scharfe Würze verleihen, ist die Krenwurzel ein ideales Mittel zur Stärkung der Abwehrkräfte vor allem bei Grippe, Schnupfen und Husten - beim Tiefeinatmen des frisch geriebenen Krens wird noch jede Nase frei.

Der Kren wirkt:

  • bakterienhemmend und antibiotisch
  • bringt den Kreislauf und die Durchblutung auf Trab
  • regt den Appetit an und fördert die Verdauung

Neben den Senfölen und dem Vitamin C ist er weiters reich an Vitamin B1, B2 und B6 sowie an den Mineralstoffen Kalium, Eisen, Phosphor, Kalzium und Magnesium.


Krenanbau und Krenernte

Steirischer Kren ErnteDer Krenanbau ist für die steirischen Krenproduzenten einer der arbeitsintensivsten Kulturen im Agrarbereich. Für einen Hektar werden etwa 1.000 Arbeitsstunden benötigt.

Im Frühjahr - Mitte März bis Mitte April - werden die kräftigen Seitenwurzeln, in der Steiermark Fechser genannt, angepflanzt. Diese fallen bei der Krenernte im Herbst an und werden über den Winter gelagert.

Mit Juni fängt das sogenannte "Kren heben" an, dabei werden die Wurzeln durch mühevolle Handarbeit freigelegt. Bis auf den stärksten und kräftigsten Trieb werden alle anderen Triebe-Seitentriebe abgerieben oder abgeschnitten. Damit erzeugt man die glatten, gleichmäßigen Krenstangen mit leicht gebogenem Kopf, die bezeichnend für den steirischen Kren g.g.A. sind.

"Kren ausbaun" ist in der Steiermark die Ernte des Krens. Dies geschieht im Spätherbst (Oktober-November) mithilfe eines Rodegerätes, welches die Krenwurzeln aushebt und auf die Ackeroberfläche legt. Nicht der gesamte Kren wird ausgebaut, ein Teil bleibt über den Winter im Acker um im Frühjahr (Februar-März), passend zu Ostern, frisch geerntet zu werden.

Die Wurzelstangen werden von Wurzelfasern und überschüssiger Erde gesäubert. Für den Markt wird der Kren meist in Stücke geschnitten und foliert. Bei einer Temperatur von -2°C können sie in Kühlräumen gelagert werden. Alternativ ist auch feuchter Sand für die Lagerung geeignet.
Der Kren ist durch die gute Lagerfähigkeit ganzjährig erhältlich.

Jedoch gilt, je frischer, umso schärfer!


Zubereitung & Verwendung Steirischer Kren g.g.A.

Die Krenwurzel zuerst schälen und anschließend reiben. Dabei die Krenstange aufrecht zur Reibefläche halten, sonst fasert der Kren aus. Aus diesem Grund spricht man in der Steiermark auch vom "Kren reißen". Da der Kren rasch an Aroma und Schärfe verliert, immer frisch reiben und sofort servieren.

Kren Produkte

Kren passt zu allerlei Speisen - probiere ihn frisch gerieben zur Jause oder über einen Rohnensalat, oder vielleicht ein Steirisches Wurzelfleisch?
Wie man sieht lässt sich steirischer Kren g.g.A. vielfältig einsetzen!

Ist dir das "Kren reißen" zu tränenreich?

Steirischer Kren wird auch bereits in geriebener Form in Gläsern und Tuben, teilweise auch mit anderen Produkten vermischt (wie Apfel- oder Oberskren) angeboten.

Aufbewahrungstipp für Zuhause:

Den Kren in ein mit Essig befeuchtetes Geschirrtuch geben. Somit vermeidet man das der Kren allzu schnell gummiartig und zäh wird.

 

Quellenangabe: Wikipedia, Genuss Region Österreich, Landesverband steirischer Gemüsebauern

Bildnachweis: Alle Fotos in diesem Artikel, bis auf ggA Logo, von Rita Newman (fotoservice.lebensministerium.at)

 
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